Umweltskandal an der Küste: Stoppt den Ostseetunnel!

An der Ostsee spielt sich gerade ein historischer Umweltskandal ab! Obwohl die Baugenehmigung fehlt, wird auf dänischer Seite derzeit der Bau eines ökologisch katastrophalen Autobahn-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark vorbereitet. Dabei haben Taucher des NABU und des Umweltministeriums in Schleswig-Holstein dort jüngst mehrere streng geschützte Riffe entdeckt, die vom Bauträger „übersehen“ wurden. Für den Bau sollen bereits ab 2021 rund 18 Kilometer Meeresgrund aufgerissen und zubetoniert werden. Kostbare Lebensräume für Schweinswale, Seehunde und andere stark bedrohte Arten würden weitflächig zerstört – mit unabsehbaren Folgen für das gesamte Ökosystem der Ostsee.

Das Projekt auch finanziell komplett aus dem Ruder mit Mehrkosten von über fünf Milliarden Euro. Das „Stuttgart 21 des Nordens“ ist damit das größte und teuerste Infrastukturprojekt Europas – und das bei einer Verkehrsprognose, die in Deutschland nicht mal den Bau einer einfachen Umgehungsstraße rechtfertigt.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Macht, das sinnlose und gefährliche Projekt zu stoppen! Nach Artikel 22 des Staatsvertrages zwischen Deutschland und Dänemark muss das Projekt neu verhandelt werden, wenn sich die Grundannahmen geändert haben. Das ist der Fall: Heute sprechen wir von einem Absenktunnel statt einer Brücke, 41 Zügen statt ursprünglich geplanten 150 Zügen pro Tag und allein bei der deutschen Anbindung von einer mehr als vierfachen Kostensteigerung (von 840 Mio. auf über 4 Mrd. Euro). Letzteres wurde vom Bundesrechnungshof bereits heftig kritisiert. Hinzu kommt die Zerstörung eines unentbehrlichen Meeresschutzgebiets, dessen Bedeutung mit der Entdeckung von Riffen erst jetzt klar wird.

Der NABU hat Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht, aber noch kann Verkehrsminister Scheuer das Mega-Projekt stoppen. Helfen Sie die drohende Umweltkatastrophe zu verhindern und fordern Sie Andreas Scheuer auf, die Notbremse für den Ostseetunnel zu ziehen! Mehr Infos finden Sie hier und im Video:

Umweltskandal an der Ostsee